Mach Fehler.

19. Mai 2020

Wir Schweizer sind bekannt für etwas: Perfektion. Mittagspausen um Punkt 12 Uhr. Schokolade von bester Qualität. Das Schweizer Uhrwerk. Perfektion zieht uns an. Wir bewundern Menschen, die beherrschen was sie tun. Und möchten auch so sein.

Aber etwas geht manchmal vergessen: Das bringt uns nirgends hin. Keine neuen Ideen, ohne die Möglichkeit zu scheitern. Ich habe neulich ein tolles Buch gelesen: Creativity Rules von Tina Seelig. Und dort gab es einen Satz, der hat es mir angetan:

Actions lead to Passions. Passion grows from experience.

Tina Seelig

Wie finde ich meine Passion? Durchs ausprobieren. Fehler machen und trotzdem wieder machen. Passion fällt nicht vom Himmel. Sie wächst.

Experimentieren.

Wir müssen lernen, neues zu wagen. Experimente starten. Neugierig sein. Uns Fragen stellen:

  • Was passiert, wenn ich jetzt nicht aufgebe?
  • Was passiert, wenn ich einen Fehler mache? (Ich kann dir sagen, meistens passiert nichts. Gar rein nichts.)
  • Was kann ich riskieren?

Das Scheitern trainieren.

Ja, das klingt mühsam. Aber: Fehler machen kann man lernen. Ich kann lernen, dass es nicht so schlimm ist, fehlbar zu sein.

Das kennen die Besten.

Wir schauen manchmal Kunstwerke an, die perfekt scheinen und denken dann, dass diese schon perfekt waren im Prozess. Jetzt mal ehrlich: Menschen machen Fehler. Und die Weltstars? Auch diese haben genug Fehler gemacht, um dorthin zu kommen, wo sie heute sind.

Dazu kann ich einen guten Film empfehlen, eine Netflix-Doku über Lady Gaga. Und dort wurde mir zum ersten Mal so richtig klar: Fehler machen die Besten.

Im kleinen Scheitern.

Und so habe ich mich gefragt: Wie können wir das Scheitern trainieren?
Mein Fazit:

Kein Mensch trainiert zum ersten Mal und beginnt mit 100 Push-ups. Und so ähnlich will ich das Scheitern trainieren. Wo kann ich lernen, Fehler zu machen?

Neue Ufer.

In den letzten Tagen habe ich vielen Freunden eine Frage gestellt:

Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern kannst?

Was mich erstaunt hat: Nach wenigen Sekunden sind die Ideen nur so herausgesprudelt. Auswandern. Ein Tool programmieren. Mehr Kunst machen. Sprachen lernen. Projekte leiten.

Angst ist eine Bremse. Die Angst vor dem Scheitern bremst uns aus. Wenn wir im Scheitern trainiert sind, können wir unsere Träume anpacken.

Und so ist auch dieser Blogpost, ein Training für mich. Mehr Gedanken teilen. Mehr künstlern und raushauen. Einfach so.

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